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Herzlich willkommen bei Brot für die Welt in Schleswig-Holstein
|| Schleswig-Holstein > Brot-Fahrradtour zum Kirchentag
LIVE *** Brot für die Welt fährt 930km von Hamburg nach Stuttgart ***

"Brot-Fahrradtour" – Mit dem Fahrrad zum Kirchentag

Tägliche Einblicke von Torsten Nolte und der "Brot-Fahrradtour"

Vom 21.5.2015 bis zum 3.6.2015 fährt Torsten Nolte mit einem Team von Hamburg mit dem Fahrrad zum Kirchentag nach Stuttgart. Durch die Fahrt wird eine klimafreundliche Anreise und über ein Kilometer-Sponsoring auch das Projekt „Acción Ecológica“ in Ecuador unterstützt.

www.brot-fuer-die-welt.de/brot-tour

Vielseitige Eindrücke vom Kirchentag 2015 in Stuttgart

4.6. - Abschlußimpressionen

Upcycling Blumenkübel aus einem alten Autoreifen

Hyung Soon aus Korea lädt zur Teezeremonie ein

Pilgern ist ein großer Trend

Hier das versprochene Smoothie Fahrrad aus dem Spendenprojekt

Auch ein gestricktes Zelt kann Schatten spenden

Kirchentagspräsidentin Dr Ellen Überschär spricht von der zunehmenden Bedeutung einer neuen Friedensbewegung.

Klimagerechtigkeit geht alle an.

Katja Breyer, Erfinderin der Klugscheisser Ecke

Am Abend feiern wir mit 10.000 Besuchern den Eröffnungsgottesdienst auf dem Schloßplatz

3.6. - Angekommen - Ein herzlicher Empfang erwartet uns in Stuttgart

Viele Radpilger auf der Kreuzung an der Charlottenstraße

Von oben links: Vorstand des diakonischen Werkes Herr Dieter Kaufmann. Sozialbürgermeisterin der Stadt Stuttgart Frau Isabel Fetzer, Präsidentin Brot für die Welt Cornelia Füllkrug Weitzel und Torsten Nolte

Die Kirchentagsbühne

Eröffnungsgottesdienst auf dem Schloßplatz

Es ist unser letzter Radtour Tag heute. Morgen wird es noch einige Eindrücke vom Kirchentag geben in diesem Blog. Der 4.6.wird dann der letzte Eintrag sein.

Mit einer Andacht und dem Reisesegen von der Pastorin der Kreuzkirchengemeinde in Ludwigsburg starten wir um 9h zur letzten Etappe. Gefühlt haben wir schon 30 Grad. Unterwegs treffen wir die Pilger vom Vorabend in Remseck und gemeinsam geht es mit ca. 70 Radpilgern nach Bad Cannstatt. Dort treffen wir die übrigen Radpilger aus dem gesamten Bundesgebiet und mit Polizeibegleitung geht´s von der Neckarbrücke zur Leonhardskirche. Angeführt wird die große Radpilgerschar vom Präsidenten der Diakonie Deutschland Ulrich Lilie, dem EKD Ratspräsidenten Heinrich Bedford Strohm und dem Verkehrsminister von Baden Württemberg Winfried Hermann. Alle ca. 150 Pilger werden mit tosendem Applaus empfangen. Die Sozialbürgermeisterin der Stadt Stuttgart, Isabel Fetzer begrüßte alle Ankömmlinge und die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel hob noch einmal die klimaneutrale Anreise der Radpilger hervor. Insgesamt war es ein herzlicher Empfang im diakonischen Viertel von Stuttgart.
Um 18.15h findet der Eröffnungsgottesdienst auf dem Schloßplatz mit mehr als 10.000 Teilnehmern statt. Bundespräsident Joachim Gauck begrüßt alle Kirchentagsbesucher. "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden" Psalm 90, 12. In der Kirchentagsübersetzung lautet der Vers: unsere Tage zu zählen, das lehre uns, damit wir ein weises Herz erlangen. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um die 30 Grad erleben wir einen sehr fröhlichen und musikalischen Beginn des Kirchentags in Stuttgart.

Wir sind dankbar für einen reibungslosen Ablauf der Tour

2.6. - Vor den Toren Stuttgarts: Morgen geht es an die letzten Kilometer

Unterwegs in den Weinbergen am Neckar

Pause in Marbach am Neckar

Georg Körner, ADFC Tourenleiter (li), Jan Christensen, Umweltbeauftragter der Nordkirche (re)

Die Kreuzkirchengemeinde lädt uns zum Essen ein.

Wir starten heute in Heilbronn nachdem wir in der Turnhalle der Gerhart Hauptmann Schule überraschend gut geschlafen haben. Auf der Homepage www.ghs-hn.de sind wir bereits mit Foto und Bericht von Direktor Schröder zu sehen. Toll, dass wir hier übernachten durften und morgens auch in der Schulküche frühstücken konnten.

Heute wird es Sommer. Schon am Morgen ist es warm und das Thermometer klettert heute bereits auf 27 Grad. Das merken wir besonders beim Aufstieg in den Weinbergen am Neckar. Daher ist eine kurze Rast Pflicht. Ich bestelle in einer italienischen Eisdiele 2 Kugeln Erdebeereis. Allerdings schmeckt das Eis nach Melone. Überrascht von meinem Hinweis, ob er das richtige Eis in seiner Auslage habe, bestätigte der Gelateriainhaber dieses und reichte mir als Zugabe des Hauses das Meloneneis. Dieses allerdings schmeckte nach Meinung unserer gesamten Gruppe nach Banane. Das Baneneneis wollte ich nun aber nicht mehr probieren.

In Marbach am Neckar machen wir unsere zweite Pause. Die Stadt wirbt damit, dass Schiller hier geboren wurde. Allerdings lebte er hier nur von 0-4 Lebensjahren. Nennenswertes hat er in dieser Zeit hier nicht geschrieben.

Am Nachmittag erreichen wir schließlich die Kreuzkirchengemeinde in Ludwigsburg. Hier treffen sich heute verschiedene Pilgergruppen aus Hamburg und Regensburg, die morgen alle gemeinsam nach Stuttgart weiterfahren werden. Wir gestalten als Gruppe die Pilgerandacht und danken Gott in besonderer Weise dafür, dass wir hier gut angekommen sind. Etwa 70 Personen nehmen an dieser Andacht teil, in der es auch um Wegegeschichten und Austausch in den Gruppen geht.

Morgen haben wir die 930 km geschafft. Stuttgart liegt vor unseren Füßen und morgen wird es eine kurze Fahrt werden bis zur Ankunft in Stuttgart. Wir wurden insgesamt sehr gut betreut und begleitet. Jan Christensen, Umweltbeauftragter der Nordkirche, hat mit seinem Büro die gesamte Route organisiert und es lief reibungslos. Herzliche Empfänge in den Kirchengemeinden und Unterkünften, ein Begleitfahrzeug, das uns den Transport von Taschen, Wasser und Lebensmitteln abnahm und die tägliche Absprache mit den Verantwortlichen vor Ort. Das alles hast du gemacht gemeinsam mit deinem Büro. Danke Jan! Georg Körner, Radtourenleiter beim adfc, hat in tagelanger Arbeit am PC und an den Karten die Route vorbereitet und für uns die besten Wege herausgesucht. Wir waren fast ausschließlich auf Radwegen und in Wäldern, an Flüssen und in Tälern unterwegs, wo wir ungestört fahren konnten. Georg, du hast uns einzigartig geführt und wir waren immer auf dem richtigen Weg! Vielen Dank dafür!

Vielen Dank auch an die Kolleginnen und Kollegen bei Brot für die Welt in Berlin. Die Brot-Fahrradtour ist eine hervorragende Idee, die dort entstanden ist. Morgen dann endet diese Brot-Fahrradtour an der Leonhardskirche. Doch davon dann morgen mehr.

Landregen, 90% Luftfeuchtigkeit und eine Furt sorgen für ein nasses Erlebnis

1.6. - Wasser von oben und von unten

Unsere Räder stehen sicher im Gemeindehaus Osterburken.

Auch durch eine Furt müssen wir unsere Räder tragen.

Unser heutiger Einkaufswagen.

Nach einer sehr besonderen Andacht in der Bergkirche mit Reisesegen und Pilgerstempel von Pastorin Wauer packen wir unsere Räder. Die Nacht über standen sie sehr geschützt im Gemeindehaus. Hier haben wir in Ruhe gefrühstückt und unsere Regensachen angezogen. Dieser Tag ist der erste Tag mit regelmäßigem Landregen. Uns erwarten 16-18 Grad bei fast 90 % Luftfeuchtigkeit. Was soll man da anziehen? Unterwegs dann die erste Überraschung. Wir müssen durch eine Furt und die wilde Jagst umspült unsere nackten Füße und reinigt die Reifen. Ein kleines Abenteuer inmitten der schwäbischen Wildnis.

Schon bald erreichen wir Möckmühl. Zeit für eine Kaffeepause und ein wenig Erholung für die Muskeln, die schon ziemlich müde sind, denn heute haben wir wieder einige Steigungen zu meistern. Unterwegs in den kleinen Städten fallen uns die Asylsuchenden auf, die zu Fuß auf dem Weg sind von der Unterkunft zum jeweiligen Stadtzentrum. Oft frage ich mich, welche Schicksale diese Menschen mit sich tragen.

Ziemlich erschöpft erreichen wir nach 2h den nächsten Parkplatz und Jan hat ökofair eingekauft. Bananen aus fairem Handel, Äpfel und die ersten Erdbeeren. Lecker. Alles natürlich hier aus der Region, soweit wir das überprüfen können. Gekocht wird heute nicht, denn wir übernachten in der Turnhalle einer Heilbronner Schule. Selten haben wir auf Schulturnmatten so gut gelegen.

Das Motto für den Kirchentag nehmen wir auch für unsere Reise mit.

31.5. - "... auf dass ihr klug werdet..."

"Ein schönes Tier, das ist der Biber, wär er nicht da, wär es uns lieber"

Der Dorfbrunnen in Uiffingen

In Lauda - Königshofen besuchen wir den Gottesdienst der evangelischen Friedenskirche.

Unser letzter Sonntag auf dieser Tour. Wir beschließen, um 10 Uhr in die evangelische Friedenskirche nach Lauda - Königshofen zu fahren. Da es eine Radwegekirche ist sind wir gleich herzlich willkommen und unsere Räder finden einen sicheren Parkplatz. Heute sind Elke und Annemarie zu unserer Gruppe dazu gekommen. Jetzt sind wir 16 Personen im Alter von 38 - 75 Jahren, die in Stuttgart ankommen werden/wollen. Mit einem Reisesegen vom Pastor der Gemeinde machen wir uns auf den Weg in Richtung Südwesten und verlassen die Tauber.

In Uiffingen staunen wir nicht schlecht, als am Maibaum ein Holzschild zu erkennen ist, auf dem steht: "ein schönes Tier, das ist der Biber, wär er nicht da, wär es uns lieber" und Bewohner des Dorfes haben ergänzt: "entsetzt und traurig ist der Biber, Verständnis wär ihm sehr viel lieber." Jeder hat hier so seine eigenen Probleme im Badischen.

Auch unser Kuckuck ist heute das erste Mal nicht zu hören. Bekam er ein Einreiseverbot? Da wir heute viel Zeit haben machen wir noch eine ausgiebige Pause an einem Dorfbrunnen - die Kirnau begleitet uns auf herrlicher Strecke bevor wir in Osterburken ankommen. Hier werden wir herzlich mit einem warmen Essen willkommen geheißen und genießen den herzlichen Empfang. Am Abend gibt es wieder einen Vortrag zum Thema "Teller, Tank und Futtertrog - warum unser Lebensstil das Klima bedroht". Gleichzeitig ist hier auch neben der Betroffenheit über die Lebensstilfrage auch Land Grabbing ein sehr aktuelles Thema. Wieviel Landfläche in Entwicklungsländern verbrauche ich eigentlich durch meinen Konsum und muss ich wirklich alles haben, was andere Menschen in meinem Umfeld besitzen? Hier spüren wir auch das erste Mal, dass der Kirchentag immer näher rückt. Die Gemeinde Osterburken und der Kirchenbezirk Adelsheim - Boxberg ist auch aktiv an der Gestaltung des Kirchentags beteiligt. "auf dass ihr klug werdet..." ist das Motto dieses Kirchentags. Das erhoffen wir uns auch von unserem Pilgern. Schweigen, Lachen, gute Gespräche, Einkaufen, Essen, Abwaschen...viel Alltag und doch auch in Ruhe ziehen wir unsere Wege von Ort zu Ort und von Kirchengemeinde zu Kirchengemeinde.

Nach dem Ruhetag wieder in die Pedale zu treten kostet echte Überwindung.

30.5. - Wer rastet, der rostet?

Im verblühten Raps wachsen jetzt Mohnblumen.

Die Burg bietet einen wunderbaren Blick auf Main und Tauber.

Nach einem Ruhetag wieder frühmorgens in die Pedalen zu treten ist nach über 700km eine echte Überwindung. Wir sind alle ruhiger geworden auf dieser Pilgerfahrt. Es wird unterwegs sehr viel mehr geschwiegen. Zeit zum Nachdenken und Hören. Inzwischen ist der Raps hier verblüht und es wachsen Mohnblumen darin. Ein bisschen Biodiversität tut nicht nur dem Auge gut, es dient der Erhaltung unseres ökologischen Systems. Leider ist es auf vielen Äckern eher eine Monokultur, die uns da ins Auge fällt. Jede Furche wie mit dem Lineal gezogen für Raps, Mais und verschiedene Getreidesorten. Die Diskussion über die Sinnhaftigkeit von Agrartreibstoffen nach dem Vortrag am Donnerstagabend hielt auch bei uns in der Gruppe noch weiter an.

In der Main Post entdecken wir einen halbseitigen Artikel über unseren "Auftritt" in Marktheidenfeld. Wertheim ist unsere erste Pausenstation und dieses kleine Städtchen an Main und Tauber gefällt uns auf Anhieb. Von der Burg aus hat man einen wunderbaren Blick auf Main und Tauber.

Im idyllischen Taubertal setzen wir unsere Reise fort. Inzwischen hat jeder wieder seine Jacke angezogen, mit 13-14 Grad ist es nicht wirklich warm, aber trocken. In Tauberbischofsheim angekommen sind wir froh, unser Tagesziel erreicht zu haben. Es war keine sehr lange Strecke, aber irgendwie sind wir alle sehr müde und froh, heute ein echtes Bett im Vierbettzimmer zu haben. Und schon morgen soll der Sommer hier beginnen!

Mit müden Muskeln genießen wir einen Ruhetag.

29.5. - Schwimmen, Sauna oder Shoppen?

Wir genießen den Ruhetag.

Ein Ruhetag ist heute angesagt. Wir haben ihn uns verdient. Die einen fahren schwimmen, die anderen genießen die Sauna und der Rest der Gruppe nutzt die Zeit für sich oder geht shoppen. Am Nachmittag erwartet uns eine Stadtführung unter dem Titel "Der Fischer und seine Frau". Viele Menschen lebten hier unten am Main in Marktheidenfeld von der Schifffahrt und der Fischerei. Für die meisten von uns ist dieser 11.Tag der erste Tag ohne Radfahren. Entsprechend müde sind die Muskeln. So endet der Tag mit Spätabendsonne bei einem Glas fränkischem Silvaner.

Nach 80 Tageskilometern diskutieren wir angeregt mit der Kirchengemeinde in Marktheidenfeld

28.5. - "Landraub, Agrotreibstoffe und Fleischkonsum"

Unsere radelnde Gruppe

Gleich geht es mit dem Vortrag in der Kirchengemeinde Marktheidenfeld los.

Unser Weg nach Marktheidenfeld führt uns heute von Mottgers aus ins Sinntal. Mit viel Sonnenschein und Gegenwind begleitet uns auch heute unser Kuckuck durch diese herrliche Gegend zwischen Rhön und Spessart. Die alte und neue Nord-Südstrecke der Bahn begleitet uns hier allerdings auch mit vielen unterschiedlichen Zugmodellen. In Lohr, der alten Schneewittchenstadt am Main gönnen wir uns eine weitere Pause und zum ersten Mal fühlt es sich sommerlich an.

Weiter geht es nach Marktheidenfeld. Wir sind in Bayern und werden schon erwartet. In der Kirchengemeinde und in der Presse wurde zu dem Brot für die Welt Vortrag "Teller, Tank und Futtertrog - wie unser Lebensstil das Klima bedroht" für um 20h eingeladen. Insgesamt sind es fast 40 Besucher, die im Gemeindesaal meinem Vortrag mit vielen interessanten Fragen zu den Themen Landraub, Agrotreibstoffe und Fleischkonsum folgen. Die Gemeinde führt vergleich mit dem Grünen Hahn in Niedersachsen auch hier das kirchlich geprüfte Umweltmanagementsystem Grüner Gockel durch. Daher gibt es zum Ende auch leckeren regionalen Apfelsaft und anregende Gespräche. Ein angenehmer warmer Landregen rundet diesen herrlichen Tag ab. Da stehen unsere Fahrräder schon trocken im Gemeindefoyer.

Für uns ein Segen - aber nicht für die Bauern

27.5. - 75km und 600 Höhenmeter ohne Regen

Das schöne Gemeindehaus in Schlitz

Proteste von Bürgerbewegungen gegen die geplante Stromtrasse

Hinauf bis auf 500 Höhenmeter bei der Wasserscheide bei Uttrichshausen/Heubach

Wir verlassen das schöne Gemeindehaus in Schlitz pünktlich um 9h. Heute liegt eine anstrengende Etappe vor uns: fast 600 Höhenmeter und 75 Kilometer. Wir haben das große Glück, dass es seit der Fahrt nach Altenmedingen nicht mehr geregnet hat. Die Bauern beklagen diese Dürre.

Kurz vor Fulda beklagen die Bürger allerdings auch die geplante neue Stromtrasse SuedLink von Wilster nach Grundremmingen in Bayern. Hier wird zum allergrößten Teil Windstrom aus Offshore und Onshore Windkraftanlagen transportiert. Diverse Proteste von Bürgerbewegungen begegnen uns auf dem Wege. Auch alternativer Strom benötigt zum Transport neue Trassen.

Nachdem wir Fulda passiert haben geht es zur Wasserscheide bei Uttrichshausen /Heubach hinauf bis auf 500 Höhenmeter. Von hier aus fließen die Flüsse nach Westen bzw Norden, es ist die sogenannte Rhein-Weser Achse. Nach einer anstrengenden Tour erreichen wir schließlich die evangelische Kirchengemeinde Mottgers, die uns freundlich aufnimmt.

Von Apfelbäumen, einem Kuckuck und einem verlassenen Bahnhof

26.5. - Zwangspausen dank Reifenpanne

1 Minute nach dem Start müssen wir erstmal einen platten Reifen reparieren.

Dieser Apfelbaum wurde von den Konfirmanden 2014 gepflanzt.

Nach der Pause geht´s frisch gestärkt weiter!

Wir starten pünktlich um 9h von der Evangelischen Kirchengemeinde Sontra. Wir kommen bis zum Bergbaumuseum. Fahrtzeit 1 Minute. Ein platter Reifen zwingt uns zur Pause. 15 Minuten später starten wir wieder. Nach 2 Minuten die nächste Reparaturpause. Dann aber kann es losgehen und wir fahren nach Bebra und machen dort am Bahnhof eine Pause. Bebra war einst Interzonenbahnhof mit über 3000 Mitarbeitern. Heute liegt dieser Bahnhof verlassen da und maximal 40 Mitarbeiter arbeiten hier noch.

Bei kühlen 10 Grad geht es weiter ins Fuldatal in Richtung Schlitz. Kurz vor Bad Hersfeld passieren wir eine Allee von Bäumen. Jedes Jahr pflanzen die Konfirmanden hier einen Baum. Der Jahrgang 2014 pflanzte einen Apfelbaum. Mich erinnert das an ein Projekt von Brot für die Welt in Äthiopien. Hier wurden im Hochland auf ca. 2000 Metern Höhe Apfelbäume angepflanzt. 2-3 mal im Jahr ernten die Kleinbauern nun pro Ernte bis zu 40kg Äpfel. Die Folge ist, dass die Familien viele Vitamine und Spurenelemente zu sich nehmen und einer Mangelernährung vorgebeugt wird. Satt allein ist eben nicht genug.

Unterwegs begleitet uns ein Kuckuck. Jeden Tagen hören wir sein Rufen. Wir vermuten, dass er uns seit Hopte an der Elbe begleitet. Jedenfalls klingt der Ruf mittlerweile sehr vertraut. Insgesamt haben wir heute 280 Höhenmeter gemeistert, auf dem Fuldaradweg haben wir fast 80km zurück gelegt. In Schlitz werden wir von der evangelischen Kirchengemeinde herzlich empfangen. Schlitz ist mit seinen 9000 Einwohnern aufgrund der Fläche die drittgrößte Stadt in Hessen. Interessant ist, dass die Kirchengemeinde seit dem Jahre 812 besteht.

Mittlerweile haben wir erfahren, dass dieser Blog nicht nur national, sondern bereits international regelmäßig gelesen wird. Das freut uns!

Dreiländerfahrt durch Niedersachsen, Hessen und Thüringen

25.5. - Bergfest in Sontra, die Hälfte der Strecke ist geschafft!

Aufstellung für ein Pressefoto in Sontra.

Direkt an der Werra gibt es reichlich Kunstobjekte zu bestaunen.

Seit 25 Jahren ohne Grenze ist Ost und West vereint.

Wir starten heute an der Heimkehrerstraße in Friedland und fahren in Richtung Witzenhausen. Heute ist die Dreiländerfahrt an der Reihe. Hinter Niedersachsen kommen wir schon nach wenigen Kilometern in das schöne Hessen und fahren viele Kilometer durch das Werratal. Wir streifen dabei auch Thüringen und ein großer Teil dieses Radwegs führt über die ehemalige Zonengrenze durch viel unberührte Natur.

Gemeinsam überlegen wir, über wieviele Flüsse wir schon gefahren sind oder uns begleitet haben. Wir sind ein flußreiches Land. Insgesamt 12 Flüsse liegen bereits hinter uns: Elbe, Luhe, Ilmenau, Hardau, Aller, Wietze, Leine, Innerste, Lamme, Gande, Werra und die Wehre waren bisher unsere Begleiter.

Nach insgesamt 450 km kommen wir in Sontra an. Hier feiern wir Bergfest. Die Hälfte ist geschafft. Von der Werra Rundschau werden wir bereits erwartet und so stellen wir uns für das Pressefoto auf (Bild 1). Wir übernachten im Pastorat der evangelischen Kirche von Sontra. Alle hoffen hier auf Regen. Wir ehrlich gesagt nicht.

Gemeinsamer Pfingtsonntag in der Heimkehrerkirche Friedland

24.5. - Ruhetag mit katholischen Gottesdienst und einem Heimkehrer Mahnmal

Heute ist Ruhetag. Wir beginnen diesen Pfingstsonntag mit einem katholischen Gottesdienst in der Heimkehrerkirche Friedland. Wir beteiligen uns mit Fürbittegebeten und einer Lesung aus der Apostelgeschichte. Am Ende starten wir unsere kleine freiwillige Radtour mit einem ökumenischen Segen.

Wir fahren zum Kloster Mariengarten und Georg, unser adfc Tourleiter hält dort eine Andacht. Wir bekommen viel Segen auf dieser Tour. Nach insgesamt 300 Höhenmetern genießen wir einen Kaffee auf dem Schloß Berlepsch. Die letzte Station an diesem Tag ist Heimkehrer Mahnmal. Es ist aufgrund seiner imposanten Größe schon von Weitem zu erkennen. Adenauer hat hier 1966 den Grundstein gelegt. Hier ist zu lesen: Mahnung an die Nachwelt, Freiheit und Menschenwürde niemals aufzugeben. Völker entsaget dem Hass - versöhnet euch, dienet dem Frieden - bauet Brücken zueinander."

Ein Besuch in den Nissenhütten am Ende des Tages zeigt die schwierigen Wohnverhältnisse der Heimkehrer nach dem Krieg. In diesen Behausungen war nichts gedämmt. Im Sommer war es zu heiß, im Winter zu kalt für die Bewohner.

Im Grenzdurchgangslager Friedland hoffen Menschen auf einer bessere Zukunft

23.5. - Malerische Täler, eine alte Saline und ein geschichtsträchtiger Ort

Der Eingang am Grenzdurchgangslager Friedland

Asylsuchende in hoher vierstelliger Zahl warten hier auf eine bessere Zukunft

Von Einbeck aus führt unsere Route uns heute durch das malerische Leinetal. Allerdings sind die Nord-Südachsen der Autobahnen und der Bahn nicht zu überhören. Wir kommen durch Sülbeck, hier steht eine alte Saline. Sie zeugt vom einstigen Reichtum dieses Ortes durch das weiße Gold, dass auf der Salzstrasse bis nach Lübeck transportiert wurde.

Vom Dach des Salzbohrturms aus blinzelt uns ein Storch entgegen und blickt in unsere Fahrtrichtung nach Süden. Wir streifen die alte Universitätsstadt Göttingen und kommen nach Friedland. Hier an der Grenze zu Hessen steht seit dem 1.9.1945 das Grenzdurchgangslager Friedland. Viele Rückkehrer aus dem Krieg haben hier ihren ersten Zufluchtsort nach der Gefangenschaft gefunden. Unzählige Schicksale haben in diesem riesigen Lager, dass sich in Ost- und Westlager unterteilt, auf die Rückkehr zu ihren Familien gehofft, auf eine bessere Zukunft in der Bundesrepublik Deutschland.

Nun sind es die Asylsuchenden, die hier in großer vierstelliger Zahl untergekommen sind. Auch sie warten auf ihre Familienangehörigen, auch sie hoffen auf eine bessere und vor allem friedliche Zukunft. Hier in diesem Lager wird täglich Geschichte geschrieben und das seit fast 70 Jahren. 

Das Thema "genverändertes Saatgut" holt uns auch in Einbeck ein

22.5. - 65 entspannte Tageskilometer von Hildesheim nach Einbeck

Die Bühne der Domfestspiele vor der Stiftskirche in Bad Gandersheim

Sonnige Kilometer im Innerstetal bei Hildesheim

Heute ist Kurzstreckentag, es geht von Hildesheim nach Einbeck. Sonnige 65km warten auf uns und im Innerstetal bei Hildesheim haben wir einen herrlichen Blick auf die Felder und den Hildesheimer Wald. Die Böden hier in der Hildesheimer Börde gehören zu den fruchtbarsten Böden in Deutschland. Neuerdings wird hier auch viel Mais angebaut, es gibt etliche Biogasanlagen in dieser Gegend.

In Bad Gandersheim genießen wir die Pause bei über 20 Grad in kurzer Hose mit dem ersten Eis des Jahres und schauen auf die Bühne der Domfestspiele vor der Stiftskirche.

Schon früh am Nachmittag erreichen wir Einbeck und fahren direkt an KWS Saat vorbei. Vergleichbar mit Monsanto arbeitet man auch hier mit Hochdruck an genverändertem Saatgut. Viele Kleinbauern in den Ländern des Südens sind in punkto Vorsorge, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit nicht glücklich mit genetisch verändertem Saatgut. Allein nur die langfristige Abhängigkeit von den Saatgutherstellern und ihren Produkten führt zu erheblichen Verbindlichkeiten.

Wir genießen am Abend unsere gemeinschaftlich gekochte Reisgemüsepfanne und die Ruhe des Abends.   

Tag 3 beginnt entspannter im Begleitfahrzeug

21.5. - Aufräumen, abwaschen, einkaufen - auch das gehört zur Brot-Fahrradtour dazu

Alle sind bereit zur Abfahrt

Die Michaeliskirche in Hildesheim

Nur einer traut sich in das 11° kalte Wasser

Heute beginnt der Tag mit einer Führung durch die Marktkirche von Celle. Beeindruckend ist die riesige vergoldete Arp Schnittger Orgel und die reich ausgeschmückte Kirche mit 2 Emporen. Nach der Andacht geht es heute nach Hildesheim. Ich entscheide mich, heute das Begleitfahrzeug gemeinsam mit
Jan zu fahren. Wir räumen die Gruppenräume auf, waschen ab und beladen den Wagen. Es ist nicht mehr viel Platz darin, aber heute wird ökofair eingekauft. Tomaten und Zwiebeln gibt es aus der Region, die Spaghetti sind von GEPA und mit einigen Gewürzen lässt sich daraus heute eine einfache vegetarische Pilgermahlzeit kochen.

Unterwegs springt Heiko in einen See, der mit 11 Grad nicht gerade Mittelmeertemperatur hat. Es folgt ihm auch keiner zum Baden in diesen einsamen See.

Angekommen am Michaelkirchplatz erwartet uns ein modernes freundliches Gemeindezentrum mit gut ausgestatteter Küche. Hier wird nun gekocht und ich habe alle Zutaten beisammen um loszulegen. Wer hat schon die Möglichkeit, beim Kochen auf die frühromanische Michaeliskirche von Hildesheim zu schauen, an der vor genau 1000 Jahren kräftig gearbeitet wurde. 

Entlang am Elbe Seitenkanal bis zum 1000 Jahre alten Feldsteinkirchenturm

20.5. - Von Altenmedingen nach Celle

Die Kirche in Altenmedingen

Das Tour-Team am Elbe Seitenkanal

Die Kirche in Suderberg mit dem Feldsteinkirchenturm

Der Tag beginnt mit einer Andacht in der Kirche von Altenmedingen. Die Sonne strahlt und die Strecke führt uns heute nach Celle. Wir fahren entlang des Elbe Seitenkanals und staunen über die vielen Transportwege. Unterhalb des Elbe Seitenkanals fließt die Illmenau und neben den vielen Land- und Bundesautostraßen transportiert die Bahn trotz Streiks viele Güter über die am meisten frequentierte Strecke Deutschlands von Hamburg nach Hannover. Hier ist man nicht allein.

Das ändert sich als wir nach Suderburg kommen. Auch diese Gemeinde führt ein Umweltmanagementsystem nach der EMAS /Grüner Hahn durch. Auch das über 200 Jahre alte Pastorat wurde aufwändig restauriert und wieder in einen sehr guten Zustand wieder hergestellt. Beeindruckend ist der über 1000 Jahre alte Feldsteinkirchenturm der St. Redigius Kirche.

Von Unterlüß führt die Strecke ca 30 km durch die Heide bis wir nach insgesamt 170km in zwei Tagen in der Stadtkirchengemeinde St. Marien in Celle angekommen.

16 Teilnehmer starten die Brot-Fahrradtour in Hamburg

19.5. - Mit frischem Wind an den Start

Bereit zur ersten Etappe

In Lüneburg startet die Brot-Fahrradtour

Der erste Tag der Brot Rad Tour beginnt mit einer Pilgerandacht in der St. Jakobi Kirche in Hamburg. Mit viel Segen und frischem Wind startet unsere Gruppe mit 16 Personen die klimaneutrale Anreise zum Kirchentag nach Stuttgart. Durch die Vier- und Marschlande geht es bei der Fähre Zollenspieker über die Elbe nach Lüneburg. Das Wetter bietet uns Sonne, Wind, Regen, Hagel und teilweise leichten Sturm. Mit viel guter Laune fahren wir oft abseits der Straße auf ruhigen Fahrradwegen.

Radpilgern hat ja auch etwas mit Leiden zu tun. Jeder kann etwas erzählen von seinen Zipperlein. Bei mir ist es eine Entzündung der Sehnenscheide im rechten Arm. Mit viel Vertrauen ziehen wir unsere Straße. In Lüneburg machen wir Pause, wir haben sie nach ca 50km auch verdient. Als Pilger hat man sein Essen natürlich selber dabei.

Weiter geht es entlang an großen Agrarflächen, auf denen Mais, Raps, Kartoffeln und Weizen angebaut wird, bis plötzlich ein Schild auftaucht, dass "Landraub auf niedersächsisch" beschreibt: Acker statt Asphalt. Hier in der Nähe von Bienenbüttel gibt es eine Bürgerinitiative gegen einen geplanten Autobahnbau.

In der St. Mauritius Kirchengemeinde in Altenmedingen werden wir herzlich empfangen. Die Gemeinde hat das Umweltmanagement "Grüner Hahn" umgesetzt. Der Energieverbrauch wurde seither stark reduziert. Auch mein Energielevel ist nach fast 100km Fahrt erkennbar abgesunken. Ein gelungener Tag mit vielen guten Gedanken zu einem nachhaltigen Lebensstil.

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