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Eine Reise in den Norden

Gletscher und Meer

Die KlimaSail-Jugendgruppe plus Begleiter

KlimaSail-Gruppe on Ice - ein tolles Erlebnis!!

Segel setzen und warm anziehen hieß es auf der „Gletscher- und Meer-Tour“, die uns vom norddeutschen Flensburg über die Ostsee und die norwegischen Berge zum größten Inlandsgletscher Europas führte.

Unsere Referentin Imke Frerichs brach mit einer Jugendgruppe aus Nordfriesland und ihren zwei Gruppenleitern auf, um mehr über die Auswirkungen des Klimawandels zu erfahren und gemeinsam mit den Jugendlichen ökologische und politische Themen zu behandeln, die sie gemeinsam auf einem Vorbereitungswochenende ausgesucht hatten.

Hier ist ihr Reisetagebuch...

Es geht los!

5.8. Flensburg
Unsere Reise begann am 5. August in Flensburg. Am Nachmittag erhielten wir im Rahmen eines Gottesdienstes unseren Reisesegen, der uns auf unserer spannenden Fahrt beschützen sollte. Die ersten Stunden auf dem Traditionssegler Lovis lernten wir das Schiff und die Besatzung kennen, sprachen über unsere Erwartungen und Befürchtungen an die kommende Zeit und wurden in Wachen eingeteilt, da wir auch über Nacht segeln würden.

6.8. Flensburger Förde/Dänische Ostseeküste
Früh morgens am 6. August wurden dann die Segel gesetzt und die Flensburger Förde bei einer leichten Brise verlassen.
Das Wetter ermöglichte es uns, am Nachmittag auf Deck anhand eines Memorys spielerisch die vorhandenen Ressourcen und ökologischen Grenzen unserer Erde kennenzulernen. Die Luft, die wir atmen, das Wasser, auf dem wir segeln- alles hat eine Grenze und muss achtsam behandelt werden, um es nicht zu zerstören.

7.8 Dänische Ostseeküste
Das erste Nachtsegeln wurde mit Bravour gemeistert. Und trotz Müdigkeit am nächsten Tag konnte mit einigen Jugendlichen in jeweils zwei Kleingruppen zum Thema Handy gearbeitet werden - wir lernten wo und wie dieses hergestellt wird und entwarfen unser eigenes perfektes und nachhaltiges Handy. Immer wieder lernten wir auch ein wenig Norwegisch und Gegenstände auf dem Schiff wurden mit den norwegischen Begriffen beklebt.

Bei Wind und Wetter wurde ein perfektes und nachhaltiges Handy gestaltet.

8./9.8. Strandby/Dänemark
Erneut segelten wir durch die Nacht, mit jedem Handgriff fiel das Segeln leichter. Mit viel Wind und Welle begann der nächste Tag, am Nachmittag legten wir das erste Mal nördlich von Fredrikshavn in Dänemark in einem kleinen Hafen an und wurden freundlich begrüßt. Nach einem Landgang und leckerem Essen schauten wir einen Film über Plastikmüll im Meer, ein Thema, das uns auch am nächsten Tag begleitete. Wir filterten unsere eigenen Duschartikel nach Mikroplastik (und fanden viel!) und sammelten am Strand Plastikmüll, um daraus Skulpturen zu basteln.

"Mr. Müll": Was man aus Plastik Schönes machen kann.

Ein leckerer klimafreundlicher Burger erwartete uns am Abend. In Kleingruppen kochten die Jugendlichen während der Tour klimafreundliche Gerichte, die sie sich zuvor überlegt hatten. Das leckerste Essen sollte am Ende gewinnen.


Am nächsten Morgen war die See noch zu stürmisch, um aufzubrechen und so gab es eine spannende Diskussion zum Thema Walfang, bei der die Jugendlichen von Greenpeace über indianische Walfänger in ihren Rollen eifrig diskutierten.

Tagung der internationalen Walfangkommission an Bord

9.8./ 10.8. Kattegat

Nachmittags hieß es dann Segel setzen und bei viel Welle und einem wunderschönen Sonnenuntergang segelten wir durch die Nacht an Skagen vorbei übers Kattegat in die schwedischen Schären, die uns am nächsten Morgen mit Sonne begrüßten. Viele waren geschafft vom Seegang und so ankerten wir bei schönem Wetter in einer kleinen Bucht und erkundeten das Meer und die Schären. Mit dem Bodengreifer fanden wir schnell heraus, dass trotz schöner Natur, der Meeresboden mit viel Stickstoff durchsetzt war.

Da braut sich etwas zusammen...

Viel Wind und Welle begleiteten die Tour.

11.8. Schwedische Ostseeküste
Mit dem schönen Wetter und der Ruhe war es am nächsten Morgen vorbei und wir segelten in eine nächste Bucht um Schutz vor aufkommendem Wind zu suchen. Bei plätscherndem Regen befassten wir uns unter Deck mit dem Thema Glück und zeichneten unsere eigene Glückslandkarte, nachdem wir uns zuvor spielerisch anhand von selbst ausgedachten Werbespots mit der Frage befasst hatten, ob man viel kaufen muss, um glücklich zu sein. Unsere Glückskarten zeigten uns: eigentlich brauchen wir nicht viel Materielles um glücklich zu sein. Für die meisten waren Freunde und Familie am wichtigsten.

12.8. Schwedische Osteeküste/Moss/Norwegen
Bevor wir dann am folgenden Tag die norwegische Küste erreichten, gab es nochmal ordentlich Wind und Welle, so dass wir am Abend erschöpft den norwegischen Ort Moss erreichten, wo wir unsere Essensvorräte nochmal aufstockten.

 

 

Segel packen bei viel Welle: Eine Herausforderung!

13.8. Oslofjord
Der nächste Tag wurde sehr heiß und bei strahlend blauen Himmel segelten wir in den Oslofjord. Zwischendurch kühlten wir uns durch eine Wasserschlacht ab. In einer schönen Bucht ankerten wir am Abend und es gab die erste norwegische Fernsehshow zum Thema Klimawandel in Norwegen, die die Jugendlichen anhand von Zeitungsartikeln den Tag über vorbereitet hatten. Wir erfuhren mehr über schwindende Gletscher und auch die Verantwortung Norwegens in Sachen Klimawandel als Förderer von Erdöl. Dieser Verantwortung wird sich unter anderem angenommen, indem Elektroautos stark gefördert werden.

14./15.8. Oslofjord/Oslo/Norwegen
Am nächsten tuckerten wir langsam Richtung Oslo, diskutierten auf Deck über Palmöl und erreichten am Nachmittag die norwegische Hauptstadt. Diese wurde dann auch gleich mit einem besonderen Auftrag erkundet. Die Jugendlichen sollten die Norweger befragen, was sie glücklich macht, was sie über Walfang denken und sie sollten ein Foto zum Thema „Leben ohne Handy“ machen. Auf unserer Fahrt war das Handy tabu. Am Abend gab es ein großes Dankeschön an die Crew, die wir am nächsten Tag verlassen würden.

16./17.8. Oslo/Anreise Gletscherhütte
Nach dem Putzen und einer kurzen Umarmung mit der Gruppe, die nun auf das Schiff kommen sollte, fuhren wir am späten Nachmittag Richtung Gletscherhütte, die wir spät in der Nacht erreichten.

17.8 Gletscherhütte am Jostedalsbreen
Am nächsten Tag hieß es erstmal Ausruhen und am Nachmittag machten wir gemeinsam eine kleine Wanderung in Richtung Gletscher, der uns alle mit seiner Größe und Schönheit beeindruckte.

 

 

Der Jostedalsbreen: Europas größter Innlandsgletscher.

18.8. Gletscherhütte am Jostedalsbreen/Gletscherwanderung
Früh am nächsten Morgen brachen wir zu unserer zweiten Gletscherwanderung auf. In zwei kleinen Gruppen bestiegen wir mit Eispickeln und Spikes den Jostedalsbreen. Den größten Inlandsgletscher Europas. Es knirschte und blubberte unter unseren Füßen und bei strahlend blauem Himmel wurde uns vom Schmelzen des Eises berichtet. Seit Jahren wird der Gletscher immer kleiner. Auswirkungen hat dies insbesondere auf das Ansteigen des Meeresspiegels.
Noch voll mit Eindrücken vom Tag stellten wir am Abend unsere eigene plastikfreie Kosmetik her, die nach den Tagen auf See und der Gletscherwanderung guttat. Babyöl und Rohrzucker machten unsere von der Seeluft raue Haut wieder weich.

Abstieg vom Gletscher.

19.8. Gletscherhütte am Jostedalsbreen/Rafting/Wandern
Kreativ begann auch der nächste Morgen. Zunächst lernten wir, wo und wie unsere Kleidung hergestellt wird, welche Auswirkungen dies auf die Umwelt hat und wie wir uns umweltfreundlicher kleiden können. Der Baumwollanbau, der sehr viel Wasser benötigt, ist beispielsweise mit dafür verantwortlich, dass der Aral See so gut wie nicht mehr vorhanden ist. Im Anschluss gestalteten wir unsere eigenen Tragerucksäcke als Andenken an die Tour, nachdem wir festgestellt hatten, dass diese auch über ein umweltfreundliches Siegel verfügten.
Während die einen nun auf einem reißenden Fluss zum Raften aufbrachen, erkundete eine kleinere Gruppe die umliegende Natur.

20.8. Gletscherhütte am Jostedalsbreen
Dann stand auch schon der letzte Tag an. Auf einer Wiese träumten wir, ließen die letzten Tage vorbeiziehen und überlegten, was wir selber dazu beitragen können, um das Gelernte und Erfahrene in unseren Alltag mitzunehmen. Wir schauten uns anhand verschiedener Steckbriefe Menschen an, die sich für die Umwelt engagieren und schrieben unsere eigenen Steckbriefe. Viele Ideen entstanden, die es nun umzusetzen gilt. Von einer vegetarischen Ernährung bis hin zu einem plastikfreieren Leben.
Nach Hausputz und Taschenpacken verbrachten wir gemeinsam eine gemütliche Abschlussrunde, die auch nochmal zeigte, wie gut wir uns in der gemeinsamen Zeit kennengelernt hatten. Und auch das beste klimafreundliche Essen wurde mit einem Pokal belohnt: Gewonnen hatte der vegetarische Klimaburger.

21.8. Gletscherhütte am Jostedalsbreen/Rückreise

Früh am nächsten Morgen brachen wir dann Richtung Nordfriesland auf und waren bis spät in die Nacht mit Bussen und Schiffen unterwegs.

Eine spannende Reise war zu Ende gegangen. Wind und Wetter, Freundschaften, das neu Gelernte und Vieles mehr bleiben in unser Erinnerung.

Bericht: Imke Frerichs, Bildungsreferentin beiBrot für die Welt im Diakonischen Werk Schleswig-Holstein, begleitete die Jugendgruppe als Kooperationspartnerin des Projektes. Bilder: Matthias Corves, Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Süderlügum-Humptrup.

 

Mehr über das Jugendbildungsprojekt KlimaSail der evangelischen Nordkirche finden Sie hier: www.klimasail.de

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