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Frauenwege in und rund um Kiel für Migrantinnen
Women's World Cafés gut angenommen

Das Projekt „Freiwillige Inklusiv “ war beteiligt an der Planung, Organisation und Gestaltung von zwei Women´s World Cafés am 18.11.2017 und am 17.03.2018 im Vinetazentrum in Kiel. Zu beiden Veranstaltungen kamen jeweils mehr als 70 Frauen, hiervon viele neuzugewanderte Frauen, die sich in den Sprachen Arabisch, Persisch, Tigrinya und Russisch über Frauenrechte, Beratung und Teilhabemöglichkeiten informieren konnten. Die Zielsetzung der Veranstaltungsreihe ist es, neuzugewanderte Frauen zu motivieren zum Austausch über Herausforderungen und Chancen von Migration/Flucht, Frauenrechte und Entwicklung und zur (politischen) Teilhabe.

 

Die Reihe ‚Womens World Café‘ ist entstanden als Idee aus einem kleinen Netzwerk an Akteurinnen der Arbeit mit Migrantinnen und geflüchteten Frauen, um sich in einem geschützten Raum über ihre Erfahrungen auszutauschen. Dazu wollten die Multiplikatorinnen über Rechte der Frauen und soziale Strukturen aufklären. Die Besucherinnen der Veranstaltungen können diese Informationen an mehr Frauen weitergeben und somit selbst als Unterstützerinnen/Multiplikatorinnen wirken.


Im Mittelpunkt stand der Austausch, das Erkennen eigener Handlungsmöglichkeiten und die Ermutigung zur aktiven Teilhabe.
Geflüchtete Frauen in und um Kiel haben mit vielen Herausforderungen im neuen Land zu kämpfen. Eine neue Sprache, andere Gebräuche und Werte und eine völlige Neuorientierung ihres Lebens beanspruchen sie sehr. Dazu haben viele mit Traumatisierung durch sexuelle Übergriffe zu tun. Viele sind sich ihrer Rechte hier und ihrer Teilhabemöglichkeiten nicht bewusst und brauchen Informationen. Da es in und um Kiel verschiedene Angebote für Beratung, Hilfen aber auch Möglichkeiten des Engagements für Frauen gibt, wurden diese „an die Frau“ gebracht.


Deutsche Frauen und Migrantinnen, die schon länger hier leben, konnten auf den Veranstaltungen ihre Erfahrungen weitergeben und es konnte sich gleichzeitig ausgetauscht werden über andere Denkweisen, Traditionen etc. Damit konnten auch beide Seiten (die hier lebenden deutschen Frauen und die geflüchteten Frauen) an ihren möglichen Vorurteilen gegenüber den anderen arbeiten.


Die Besucherinnen konnten sich auf einem ‚Marktplatz‘ mit Infoständen von den Einrichtungen der Kooperationspartnerinnen (BEI/SiSTERS, IQNetzwerk/Flüchtlingsrat S-H + ADVSH, Diakonie Altholstein und Schleswig-Holstein, Flüchtlingshilfe Schönkirchen/Kreis Plön, TIO e.V., Frauennetzwerk zur Arbeitssituation e.V., ‚Myriam‘ von Frauenwerk der Nordkirche, Amt für Gesundheit, Lerche / KIK, ELELE, La cultura und ZBBS / ZEIK zu diversen Themen informieren. Das Bündnis Eine Welt - BEI ist offizieller Projektträger der Veranstaltungsreihe, die vom Referat Migration der Stadt Kiel gefördert wird.
Es gab an beiden Tagen ein inhaltliches Vortragsprogramm mit gemeinsamer Mittagspause im offenen Bereich für alle sowie kleinere Workshop-Räume für vertiefende Informationen zu Schwerpunktthemen am Nachmittag.


Vormittags gab es Inputs im großen Plenum: Persönliche Geschichten von Migrantinnen, die als Rollenmodelle Beispiele geben konnten über die Herausforderungen und Chancen von Integration durch Engagement und Teilhabe sowie Vorträge zu „Frauenrechten“ von Rahel Meisel, Projekt Myriam, im November und im März zum Thema „Beratung“von Nadia Haddash.

Nachmittags wurden an beiden Tagen in kleinen Workshops folgende Frauenthemen und die Möglichkeiten für Frauen in und um Kiel präsentiert und diskutiert:

  • Anti-Diskriminierung
  • Gewaltschutzkonzept (Input + Einrichtungen, spez. Frauenhäuser)
  • Qualifizierung/Berufliche Orientierung (Frau zwischen Familie und Beruf)
  • Ehrenamt und Chancen von Vernetzung mit anderen Frauen
  • Beratungsmöglichkeiten im Bereich Gesundheit
  • Vertiefung „Frauenrechte“

Dort konnten in kleineren Runden die Möglichkeiten, Fragen und Informationen zu den Themen vorgestellt und ausgetauscht werden für eine bessere Orientierung in unserer Gesellschaft oder auch um Vorstellungen für eine mögliche Teilhabe zu entwickeln.

An beiden Tagen wurde Kinderbetreuung angeboten und gern in Anspruch genommen – ein ganz besonders wichtiges Angebot für Frauen, die sonst nicht bei dieser Art von Veranstaltungen teilnehmen können.


Laut Rückmeldungen der Teilnehmerinnen, der Netzwerkpartnerinnen und Ausstellerinnen anderer Fraueneinrichtungen traf dieses Format und dessen Inhalte exakt die Bedarfe der neu zugewanderten Frauen, aber auch für die schon länger hier lebenden Migrantinnen war es anscheinend sehr informativ: „So eine Veranstaltung zur Orientierung hätte ich auch gern bei meinem Ankommen in Deutschland erlebt. Auch so viele Frauen mit ähnlichen Erfahrungen zu treffen und Wissen oder Ratschläge auszutauschen schenkt einem unglaubliche Hoffnung.“, so eine der Teilnehmerinnenstimmen.


Bei der ersten Veranstaltung im November drehten Nora Schill und Sara Alkoud, selbst Migrantin aus Syrien, ein Kurzvideo: https://www.youtube.com/watch?v=o03hU3YHlO0&feature=youtu.be

Im März fotografierten Sara Alkoud und Andrea Bastian von „Freiwillige Inklusiv“.


Am 30. Juni 2018 wird ein 3. Women´s World Café in denselben Räumen (Vinetazentrum in Kiel-Gaarden) und in ähnlichem Format stattfinden, dann wieder mit dem Fokus auf der Teilhabe und den Informationen über Möglichkeiten, sich freiwillig zu engagieren.

(Text: Andrea Bastian, Fotos: Sara Alkoud)

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